Kurzchronik

Kurzfassung der Chronik

Gegründet wurde der Verein im Jahre 1868 lediglich mit einem Männerchor. Aus einem Stammtisch-singen heraus, haben sich 18 Männer kurzerhand entschlossen einen Chor zu gründen, so entstand der MGV Union Eberhardzell mit dem ersten Vorstand Karl Casper und Chorleiter Matthias Blankenhorn. Gemeinsames Üben im geregelten Singen und gesellige Unterhaltung sind damals die Ziele des Vereins gewesen, sowie die erste Satzung. In den ersten Jahren bemerkte kaum ein Eberhardzeller etwas vom Vorhandensein des Männerchores, weil man unter sich blieb. Öffentliche Auftritte waren nur sehr selten und doch, wie wir aus der Chronik erfuhren, hatte sich der Chor bereits 1870 am Ravensburger Sängerfest beteiligt.
1904 trat der Verein dem Schwäbischen Sängerbund, dem heutigen Oberschwäbischen Chorverband, bei.
Ab 1919 nach dem 1.Weltkrieg hieß es für den heimgekehrten Vorstand Andreas Schmuker den Verein wieder aufleben zu lassen. Im Laufe der Jahre tritt der Verein immer mehr in die Öffentlichkeit, nicht nur bei selbstverständlichen Anlässen, auch z.B. bei Hochzeiten, kirchlichen und weltlichen Anlässen. Immer treten die Sänger unter der Fahne an, die 1921 gewiehen wurde, um im öffentlichen Leben zu beweisen, dass auch ihr Verein ein Teil der Gemeinde ist. 1935 starb Vorstand Schmuker, der den Chor zu einer inneren und äußeren Gemeinschaft geschmiedet hatte.
1937 brach der 2. Weltkrieg aus, was wiederum einen Tiefpunkt im Vereinsleben zur Folge hatte. 1946 wird der Verein unter der Leitung von Vorstand Josef Mohr und Dirigent Fritz Heer neu ins Leben gerufen. 1952 hatte der Verein wieder 52 aktive Sänger, unter denen viele mit 40, ja 50 Jahren Mitgliedschaft zu finden waren.
1968 hat sich die Frauenabteilung des Kirchenchors bereit erklärt den 50köpfigen Männerchor beim bevorstehenden 100jährigen Jubiläums zu unterstützen und so wurde es ein glamouröser Festchor unter der Leitung von Klaus Schwede. Durch die Überreichung der Zelterplakette von Landrat Beckmann hat es der Männerchor unter der Führung von Andreas Schmuker, auch der damalige Bürgermeister, geschafft, im Mittelpunkt des Interesses des Kreises Biberach zu stehen.
1973 wurde dann auch ein Frauenchor gegründet. Klaus Assfalg, der damalige Chorleiter beider Chöre, hat sich zur Aufgabe gemacht, den Verein zukunftsorientierter darzustellen. Doch der Einbruch in eine über hundertjährige Männerregion ergab nicht immer angenehme Reaktionen. So beschloss er, die Proben der beiden Chöre getrennt, jedoch mit demselben Liedgut, abzuhalten. Bereits am 1. Weihnachtsfeiertag hat der Chorleiter ein Kirchenkonzert riskiert und den erstaunten Zuhörern seinen Gemischten Chor präsentiert. Somit war damals der „Gemischte Chor“ des Liederkranzes Eberhardzell kreisweit ein Vorzeigeprojekt.
Kurze Zeit später 1979 wurde dann auch der Kinder- und Jugendchor gegründet; auch hier war Klaus Assfalg mitunter die treibende Kraft. 1987 übernahm Martin Remke den Chor und noch im selben Jahr Birgit Barth, damals noch Birgit Manz, die als Kind in diesem Chor die Freude am Singen gefunden hat. Im jugendlichen Alter von 18 Jahren hat sie an einer Chorschulung für Chorleiter teilgenommen, um den Chor ein Jahr später, also 1987 zu übernehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt und auch darüber hinaus brachte es der Kinder- und Jugendchor immer auf 50 bis 60 aktive Sänger und Sängerinnen, woran man sehen kann, dass die musikalische Bildung für die Kinder und Jugendlichen auch damals schon einen sehr hohen Aspekt hatte.
Von 1990 an gab es bei den Chorleitern im Gemischten Chor mehrere Wechsel. Um keine längeren Ausfälle zu haben, hat sich Birgit Barth bereit erklärt, immer wieder als Ersatz einzuspringen. Während dieser turbulenten Zeit wurde intern auch ein Männer-Doppelquartett unter der Leitung von Hubert Hänle, der bereits auch von 1991-1994 Chorleiter des Gemischten Chores war, gebildet und begeisterte das Publikum mit ihren Auftritten, wie z.B. bei den Frühjahrskonzerten und auch andere. Von 1996 bis 2003 hatte Birgit Barth das Amt als Vorsitzende des Vereines inne.
2003 wurde mit Vorstand Gerd Schürer ein Projektchor unter der Leitung von Dr. Helmut Schönecker ins Leben gerufen, daraus folglich 2004 dann der Junge Chor entstand und später umbenannt wurde in „TimeOut-Auszeit“.
2007 wurde aus Initiative einiger älteren Jugendlichen aus dem Kinder- und Jugendchor einen separaten Chor gegründet. So waren dann auch die Le Crescentis unter der Leitung von Birgit Barth und dem Vorstand Gerd Schürer geboren.
2010 übernahm Birgit Barth fest das Dirigat beim Gemischten Chor.
Nach dem 35jährigen Jubiläum des Kinder- und Jugendchores im Jahre 2014 übergab Birgit Barth das Dirigat von diesem Chor an Helena Klein.
Noch im selben Jahr feierte der Chor „TimeOut-Auszeit“ sein 10jähriges Jubiläum mit einem Konzert unter dem Motto: „Jazz `n` Joy“.
Ende 2015 wurde der Chor „TimeOut-Auszeit“ nach 11 Jahren aufgelöst.
Kaum geboren, sind sie bereits 2017 10 Jahre alt und so konnten die Le Crescentis vergangenes Jahr ihr Jubiläum gebührend feiern.
Und heute… 150 Jahre Liederkranz Eberhardzell…
Grund genug zu feiern.
Der Verein erhält nicht nur eine Urkunde, sondern ihm wird auch die Conradin-Kreutzer-Tafel verliehen. Dank der Unterstützung von Herrn BM Grabherr haben 2 Repräsentanten des Vereins, sowie ein Vertreter der örtlichen Kommunalpolitik die Ehre, diese am Landes-Musik-Festival am Samstag, 23. Juni 2018 in Lahr von Ministerpräsident Winfried Kretschmann überreicht zu bekommen. Die Conradin-Kreutzer-Tafel wurde von der baden-württembergischen Landesregierung im Jahr 1998 gestiftet. Mit ihr werden Vereine ausgezeichnet, die bereits auf eine mindestens 150-jährige musikalische Tradition zurückblicken können. Auf diese ehrenvolle Auszeichnung freuen wir uns natürlich sehr.

Verfasser:
Andrea Ewert,
1. Vorsitzende LK Eberhardzell